kaioo und OpenNetworX
Kaioo wurde im November 2007 als demokratisches, gemeinnütziges, soziales Netzwerk gegründet. Ich war bereits eine Weile von studiVZ dorthin gewechselt. Plötzlich stand die Deadline zur Projekteinreichung beim Berlin08-Festival vor der Tür und mir kam die Idee, kaioo dort vorzustellen. Ich rief also an, hatte den Gründer (Thomas Kreye) am Apparat und wenige Tage später waren Vorträge und Info-Veranstaltung eingetütet und beantragt.
In der Community wurde ich immer aktiver. Zwischenzeitlich machte ich für vier Monate ein Praktikum (mein erster Remote-Job). Im Dezember 2009 organisierte ich mit ein paar Freund*innen eine Community-Weihnachts-Feier in Leipzig.
Leider funktionierte kaioo nicht richtig. Es fehlte eine kritische Masse. Die aktive Nutzung eines Netzwerks, in dem die eigenen Freunde nicht aktiv sind, verkommt zum Selbstzweck–um das Netzwerk am Leben zu erhalten. Auch der demokratische Aspekt war eher mau: man konnte über Spendenziele aus Werbeeinnahmen abstimmen.
Die nächste Iteration war OpenNetworX: eine Meta-Plattform für Gruppen und Vereine–und das ursprüngliche kaioo. Irgendwann wurde kaioo aber komplett aufgelöst. Außer diversen Presse-Ankündigungen zum Start ist die mehrjährige Geschichte leider auch komplett ausgelöscht (von wegen das Internet vergisst nicht).

Bis 2013 war ich noch unregelmäßig aktiv und habe hier und da mal Grafiken für einzelne Netzwerke entworfen.
Mittlerweile ist das ganze Gemeinnützigkeits- und Demokratie-Konzept mit Stiftung Vergangenheit. Sie heißen nun just.social und bieten Intranet-Lösungen mit Social-Network-Charakter für Unternehmen, aber auch weiterhin für Vereine und Organisationen an.
Ich gönne dem Team ihren Erfolg und dass sie ein Business-Modell gefunden haben. Es waren wertvolle Erfahrungen. Als echtes dezentrales Netzwerk ist mir das Fediverse aber lieber.