Neuer Blog, neues Glück (mit 11ty)

Veröffentlicht am , von Raffael Jesche, abgelegt unter:

Seit Monaten–eigentlich seit Jahren–nehme ich mir vor, wieder einen Blog zu starten. Zwischen 2009 und 2013 bloggte ich unregelmäßig mit einem selbstgehosteten WordPress über Kunst, Politik und Projektarbeit. Auf WordPress einloggen und im Browser Texte tippen wurde aber umständlich. Irgendwann hatte ich auch das Gefühl, aus meinem damaligen Künstlernamen „Verstyler“ herausgewachsen zu sein. Der Blog auf der Domain verstyler.de schlief ein und ich löschte die Seite. Vor ein paar Monaten habe ich mir die Domain aber wieder gekauft, da immer noch alte Links und Printmedien darauf verweisen. Und dank archive.org existiert sogar noch ein verstyler.de-Archiv.

Den Neustart wagte ich dann mit dem Static-Site-Generator jekyll–direkt auf Github via Github-Pages gehostet. Mir gefiel die Idee, im Texteditor schreiben zu können und trotzdem eine grafische Oberfläche via prose.io nutzen zu können. Ich hoffte darauf, dass prose.io in die Richtung weiterentwickelt würde, dass es mit wenig Aufwand selbst gehostet werden könnte. Wurde es leider nicht. Neben den Datenschutzbedenken, meinen Github-Account mit prose.io zu verknüpfen ist nach dem Verkauf von Github an Microsoft ein noch viel größeres Datenschutzproblem entstanden. Abseits davon: Bilder und Bilder-Galerien einzubetten war auch eine Qual. Der Blog schlief wieder ein und meine Seite auf raffael.one liegt seit Jahren brach.

Über die Jahre habe ich mehrere Anläufe gestartet, all meine alten Webseiten auf einer neuen Seite zu vereinen. Jedes Mal habe ich viele Stunden Code getippt um die Seite an meine Bedürfnisse anzupassen. Dann kam irgendetwas dazwischen und es blieb liegen.

Schlussendlich hatte ich mehrere Jahre eine Webseite, die im Grunde nur aus Startseite, Kontaktformular, Datenschutzerklärung und Impressum bestand. Natürlich wieder unter einer neuen Domain: rlj.me Eine Version davon basierte auf meinem eigenen Frontend/Framework Multiplane, welches wiederum auf dem „headless“-CMS Cockpit basierte. Nach einem größeren Update von Cockpit war Multiplane nicht mehr kompatibel und ich stellte die Arbeit daran ein. Ich lernte Drupal, baute eine neue Seite, schrieb mehrere Drupal-Plugins und ein eigenes, minimales Base-Theme–und hatte Drupals unnötige Abstraktionen und den Kampf gegen Div-Suppe satt.

Vor ein paar Monaten traf ich nun die Entscheidung, Web-Design und -Entwicklung hinter mir zu lassen–vielleicht nicht komplett, mindestens aber Content-Management-Systeme (CMS) wie WordPress, Drupal oder Cockpit–und wieder Künstler zu sein. Dafür brauchte ich aber eine aktualisierte Webseite.

Vor Jahren hatte ich schon einmal mit 11ty gearbeitet. Wenn ich mich recht erinnere, war da gerade Version 2 im Alpha-Release draußen. Es sah vielversprechend aus und ich hatte tatsächlich darüber nachgedacht, Cockpit CMS beizubringen, serverseitig–entweder via Webhooks oder von PHP über JSON zu Node.js–mit 11ty zu kommunizieren und meinen Multiplane-Eigenbau dadurch zu ersetzen. Es hat aber noch an zu vielen Ecken geruckelt. Seit Version 3 ist 11ty komplett async-tauglich, was eine der damaligen Limitierungen mit Cockpit war. Falls ich also doch mal wieder ein CMS nutzen möchte, wäre 11ty als Technologie zumindest kein Hindernis. Im Moment möchte ich aber einfach wieder einen einfachen, statischen Seiten-Generator. Ich will keine Angst mehr haben, dass ich einerseits täglich Sicherheitsupdates installieren müsste, andererseits jedes neue Update aber meine Seite zerschießen könnte (looking at you: WordPress/Gutenberg). Ich will auch keine 500er-Fehler mehr haben, weil zu viele PHP-Worker in Benutzung sind, wenn meine Seite gerade wieder von ein paar Bots besucht wird (Drupal). Überhaupt will ich nicht permanent gegen Design- und Markup-Entscheidungen ankämpfen (WordPress, Drupal) um übersichtliches HTML zu generieren. Mit 11ty habe ich wieder volle Kontrolle über Frontend und Backend–ein gutes Gefühl.

Hier bin ich nun und ich bin gespannt, wie lange mir 11ty Freude bereitet. Hoffentlich geht mein Plan auf, dank Einfachheit (Technologie, Layout) wieder motiviert und regelmäßig zu schreiben und zu publizieren.

Mit der Zeit möchte ich auch Einträge aus meinen alten Blogs importieren. Diesmal veröffentliche ich den aktuellen, unfertigen Stand aber gleich um es nicht wieder aufschieben zu können. Es kann also gut sein, dass dieser erste Eintrag irgendwann der zwanzigste oder hundertste Artikel ist. Ich spiele auch mit dem Gedanken, einen Teil meiner Social-Media-Historie im manuellen PESOS-Style zu importieren. Dann könnte ich auch endlich meinen verwaisten Facebook-Account löschen. Aber auch das ist ein Zukunfts-Ich-Problem.

Da ich offensichtlich Domains sammle, läuft diese Seite natürlich auch wieder unter einem neuen Namen: Rotatio (lat: kreisförmige Bewegung), bzw. rotatio.de–also ganz im Sinne wiederkehrender Muster, meiner Leidenschaft für das Tanzen mit dem Hula-Hoop-Reifen und vieler For-Loops, in denen sich mein Hirn gelegentlich verheddert.

Auf ein Neues! :-)